Samstag, 7. Januar 2012

ASTRALE WOCHEN

(eine kognitive Triade IHrer kleineren Schwester)


Dass sie noch jünger war, als von ihm angenommen, hatte er erst im Nachhinein erfahren. Da war sie schon wieder weg. Und es spielte auch keine große Rolle, für die Eindrücke, die sie dagelassen hatte und die zu fixieren ihm eine kleine Mühe wert sein würde...

„Jung, strebsam und intelligent, mit sozusagen eingebauter Aufstiegsfunktion. Ich würde sie gern in 10 Jahren wieder sehen, um zu gucken, was daraus geworden ist.“
Das hatte er der Kollegin gesagt, die auf das jugendliche Alter der Armprothese hingewiesen hatte. - So wurde sie manchmal genannt, weil der nicht vor Ort weilende Chef der Firma sie als seinen verlängerten Arm vorgestellt hatte.
Ihm selbst schien Semichefin passender, schließlich sah er sie auf dem Weg zur Vollchefin.
Und obwohl die genauere Angabe ihres Alters seinen Respekt vor ihrem Potential noch etwas anwachsen ließ, war mit seiner Bemerkung, er würde in einigen Jahren gern nachsehen, was aus ihr geworden wäre, alles gesagt, was bei klarem Verstand dazu zu sagen war.
Sicher, mit dem passenden Umgangston hätte er noch hinterherwerfen können, dass er durchaus neidisch auf die Liebhaber der Armprothese sei, dann hätte sie, die Kollegin, lachen und er kollegial mit dem Auge zwinkern können.
Aber so war es nicht. Er war nicht neidisch. Denn was er wahrnahm (das Echo dieser Wahrnehmung in seinem Hirn und seinem Herzen), hörte und fühlte sich so persönlich und vertraut an, dass für Neid oder Eifersucht kein Raum blieb.

Da er niemandem davon erzählte, würde ihn auch niemand fragen. Also fragte er sich selbst, was die Besonderheit ausmache, die sie so gegenwärtig und gleichsam groß hatte werden lassen.

Es liegt an der Schönheit, gab er sich selbst Antwort. Nicht die sichtbare Schönheit ihrer physischen Erscheinung. Die ist nämlich eher hübsch&attraktiv denn schön.
Es ist die mit bloßem Auge nicht zu sehende Schönheit, die sie umgibt, eine Schönheit, die im Auge des Betrachters liegt. Das bedeutet aber nicht, dass ich sie, sozusagen willkürlich, schönsehe, sondern im Gegenteil sehe ich nichts, was nicht ganz und gar zu ihr gehören würde.


Da er sicher war, dass eine wie auch immer geartete „wahre Schönheit“ mit Worten nicht zu fassen sei, versuchte er es auch nicht, sondern konzentrierte sich auf die Wirkungen.
Ziemlich bald, nachdem er sie das erste Mal gesehen hatte, fiel ihm ein Gefühl auf, dass die Engländer familiarity nennen. Und die setzte so manche in der Regel gültigen Entweder-Oders außer Kraft.
So registrierte er mehrmals und voller Erstaunen die Gleichzeitigkeit von Nähe & Abstand, Verlangen & Sättigung oder auch Arbeit & Party. (Letzteres wie im Film: So sah er ihr einmal vergnügt bei der Arbeit zu und plötzlich blendetetn sich Bildsequenzen ein, die sie beim Feiern zeigten...)
Das Beste aber war, dass sie durch ihre schiere Präsenz allen Ideologien und Idealismen den Raum nahm und so den überlebten Krempel vergangener Zeit einfach verschwinden ließ. Auf diese Weise schien sie ihm wie eine Verkörperung der Zukunft. Und da sie in allen Hinsichten gut ausgestattet war, machten ihn diese Blicke glücklich.

Neben der intellektuellen Komponente (Respekt vor ihrem Potential, das sie in der Arbeitswelt diszipliniert verwirklichen würde) und der soeben geschilderten psychischen Komponente, gab es noch eine dritte, gleichsam physische.
Denn da die Stelle der Heiligen Dreifaltigkeit praktisch längst von einem Dreiklang aus Sex, Drugs und Rock'n'Roll eingenommen worden war, hätte ihm schwerlich etwas Schöneres unterlaufen können, als eine solche Repräsentantin dieses Prinzips zu sehen.
Sie selbst war wie die perfekte Droge: Nicht nur ohne Nebenwirkungen, sondern gesundheitsfördernd; und nachdem sie weg war gab es keinen Entzug und ohne sie fiel auch nicht alles auseinander – und so hatte sie Trent Reznors Perfect Drug etwas voraus, weil die Wirkung kurzfristig zwar schwanken mochte, im langfristigen Mittel aber stabil blieb.

Und einmal mehr ist alles so verkehrt wie gut und gerecht ! *smile*

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Samstag, 17. Dezember 2011

ZWANZIGELF

Music is one of these rather rare reasons to stay alive...

Begonnen hat das Jahr mit den WHITE STRIPES, deren erste beiden Alben ich Ende Januar zum ersten Mal gehört habe. (Kannte bis dahin lediglich „Elephant“, - seit einigen Jahren bereits fester Bestandteil meines musikalischen Kanons.)
Als ich beim Gang durch eine alte Kiesgrube zum ersten Mal Little Bird hörte, wurde ein Schwall Endorphine ausgeschüttet: Großes Glück!
Jedenfalls haben „De Stijl“ & „White Blood Cells“ Jack White direkt hinter HENDRIX und DUANE ALLMAN auf Platz drei meiner so persönlichen wie subjektiven Liste der besten Gitarristen of all times katapultiert.

Und noch ein WHITE hat mich ziemlich ausführlich begleitet, durch die Sommerferien in Schleswig-Holstein, die besonders intensiv und darum erwähneswert waren, TONY JOE.
(Vor 25 Jahren, als man auf Flohmärkten nach nicht mehr erhältlichen Langspielplatten suchte, galten „Black And White“ und „Continued“ als potentiell großartige Fahndungserfolge. Heute dagegen, die Details lasse ich selbstverständlich lieber aus, ist es wunderbar einfach an solcherlei „Schätzchen“ zu kommen – und ich kann wirklich nicht sagen, früher sei alles besser gewesen...)

Der Titel 'Meistgehörter Song des Jahres', entnehme ich meinem Phone, geht an BECKs Nitemare Hippy Girl, was daran liegt, dass ich, eingermaßen betrunken, auf einer Dachterasse eingeschlafen und der Player auf Wiederholung des angewählten Stückes gestellt war.

Die erhabensten Lyrics, die ich dieses Jahr erstmals gehört habe, wurden mir von COLDPLAY vorgetragen, Politik.

Von den paar Neuerscheinungen, die ich zur Kenntnis genommen habe, sind zum einen die Alten bemerkenswert, TOM WAITS und BEASTIE BOYS, die auf ihren Alben einen je überdurchschnittlich guten und repräsentativen Beweis ihrer Klasse abliefern.
Zum anderen haben mich noch WILD FLAG mit „Wild Flag“ überzeugt. Und die BLACK KEYS, deren aktuelles, gerade erschienene Album zwar ziemlich belanglos ist, mich aber zu einem früheren geführt hat, „Rubber Factory“ - und das ist annähernd so gut wie die der WHITE STRIPES, womit das Jahr dann passend ausklingt.
Ebenfalls neu für mich und richtig gut sind die beiden Alben von TROMBONE SHORTY, „Backatown“ u. „For True“.

Am Kontinuierlichsten, über das ganze Jahr verteilt, habe ich mir aber SLY & THE FAMILY STONE auf die Ohren gepackt, die machen mir ähnlich gute Stimmung wie die RAMONES, die diesen Part in 2010 eingenommen hatten.

Ganz phantastisch und (obgleich ein vielfach erwähnter Klassiker der History of Rock) bis vergangenen Monat nie von mir angehört, ist „Music From Big Pink" von THE BAND.

Die Party, so scheints, geht jedenfalls erstmal weiter, denn das, was war, ist, bekanntlich, wie das, was sein wird resp. umgekehrt. ;~)

Freitag, 28. Oktober 2011

Ich kenne nicht viele.

Und habe wahrscheinlich nix verpasst.
Der nach Gegen die Wand drittbesten bundesddeutschen Film, den ich gesehen habe, kam gestern im TV: Boxhagener Platz.

Sonntag, 17. Juli 2011

PSYBILOGIE

so ausgefüllt & eingehüllt mit ziegenfleisch, in ziegenfett, war die zurückliegende woche die satteste, die ich erinnere.

und digi sagt in meinem ohr: was ich gelesen, ist in mir drin, du.

Montag, 30. Mai 2011

So breathe on, little sister, breathe on

It s a Fire von Portishead drückt musikalisch aus, was die Kunst , an heißen Sommertagen ausmacht: Dieser erhitzte Raum, aus dem Chronos ausgeschlossen ist, weil Psyche so präsent ist, dass die "Farce" keine Rolle spielt; dieser Raum, der nur für sich ist, ohne weiteres Telos als möglichst lange zu währen. Zweckfrei schön.

Der Song gehört außerdem zu denen, die sich eignen, einem guten Drehbuch vorauszugehen. Der Sound transportiert ein Lebensgefühl, dass man ganz unwillkürlich gern mit einem Film vermitteln möchte.

It's a fire
These dreams they pass me by
This salvation I desire
Keeps getting me down
Cos we need to
Recognise mistakes
For time and again
So let it be known for what we believe in
I can see no reason for it to fail.... ...
Cos this life is a farce
I can't breathe through this mask
Like a fool
So breathe on, sister breathe on
INSTRUMENTAL
From this oneself
Testify or tell
Its fooling us now
So let it be known for what we believe in
I can see no reason for it to fail...
Cos this life is a farce
I can't breathe through this mask
Like a fool
So breathe on, little sister, breathe on
Ohh so breathe on, little sister, like a fool

Donnerstag, 21. April 2011

TO FALL BEHIND WITH OURSELVES

Empire of Dirt
I doubtlessly am some sort of greater King in a virtual country named Addictania...

Sucht ohne Stoff: Die dem Leben in Zuständen eigene Unmittelbarkeit ist gedämpft, wenn man so die Remakes der eigenen Vergangenheit produziert.

Sommer ist, wenn ich auf dem Balkon schlafe und mich die Dispersion in die Umwelt lockt. Ein guter Sommer wird, wenn ich mich ungestraft zurückfallen lassen kann.
Ich habe mich mit IHr zurückfallen lassen, da das einmal Erreichte, einem Wiederherstellungspunkt ähnlich, immer in Sichtweite bleibt.

Foto0018

Am Morgen ein Blick vom Balkon

Freitag, 8. April 2011

GROWN

das geradeheraus addiktiv verbindliche meiner liebe zur großen ziege ist so banal wie familiar ein großes mahl psychisch ficktiv und schon genial weil qualitativ gleichreal wie - (...)

Sonntag, 30. Januar 2011

Pt. 3

Pure Guava von Ween gehört sicher zu den beeindruckensten Alben der 90er Jahre.

Vor allem, find ich, ist es schön, zu hören, dass Derartiges öfter geschieht:

Mach 10 at sudden speed, flying into the wind now
I'm flowing at my feet something of likeness to you now
I spotted you in the sun, I called your name from a distance
I knew you were the one, I called again

I do declare I can float in the air
And with some love from above you must

I am the one who controls the sun
And I know that things will pass as time elapse, lapses

Time elapses through the sound of you
And the things we could do

Check the cards at the table
Scream softly you are able
To see the sign of thineself as throughout the ages of time

Things you thought weren't going to climb the mountain


So, ein wenig zurechtgestutzt, wirds zum Zeichen. Ich leg es dir ins Ohr. Es gehört zu denen, die unverwundbar machen. So kann ich dich, ohne dir Harm zu tun, verschlingen. Weil du so appetitlich bist. Und so.

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bene vixit qui bene latuit (Ovid)

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