ASTRALE WOCHEN
(eine kognitive Triade IHrer kleineren Schwester)
Dass sie noch jünger war, als von ihm angenommen, hatte er erst im Nachhinein erfahren. Da war sie schon wieder weg. Und es spielte auch keine große Rolle, für die Eindrücke, die sie dagelassen hatte und die zu fixieren ihm eine kleine Mühe wert sein würde...
„Jung, strebsam und intelligent, mit sozusagen eingebauter Aufstiegsfunktion. Ich würde sie gern in 10 Jahren wieder sehen, um zu gucken, was daraus geworden ist.“
Das hatte er der Kollegin gesagt, die auf das jugendliche Alter der Armprothese hingewiesen hatte. - So wurde sie manchmal genannt, weil der nicht vor Ort weilende Chef der Firma sie als seinen verlängerten Arm vorgestellt hatte.
Ihm selbst schien Semichefin passender, schließlich sah er sie auf dem Weg zur Vollchefin.
Und obwohl die genauere Angabe ihres Alters seinen Respekt vor ihrem Potential noch etwas anwachsen ließ, war mit seiner Bemerkung, er würde in einigen Jahren gern nachsehen, was aus ihr geworden wäre, alles gesagt, was bei klarem Verstand dazu zu sagen war.
Sicher, mit dem passenden Umgangston hätte er noch hinterherwerfen können, dass er durchaus neidisch auf die Liebhaber der Armprothese sei, dann hätte sie, die Kollegin, lachen und er kollegial mit dem Auge zwinkern können.
Aber so war es nicht. Er war nicht neidisch. Denn was er wahrnahm (das Echo dieser Wahrnehmung in seinem Hirn und seinem Herzen), hörte und fühlte sich so persönlich und vertraut an, dass für Neid oder Eifersucht kein Raum blieb.
Da er niemandem davon erzählte, würde ihn auch niemand fragen. Also fragte er sich selbst, was die Besonderheit ausmache, die sie so gegenwärtig und gleichsam groß hatte werden lassen.
Es liegt an der Schönheit, gab er sich selbst Antwort. Nicht die sichtbare Schönheit ihrer physischen Erscheinung. Die ist nämlich eher hübsch&attraktiv denn schön.
Es ist die mit bloßem Auge nicht zu sehende Schönheit, die sie umgibt, eine Schönheit, die im Auge des Betrachters liegt. Das bedeutet aber nicht, dass ich sie, sozusagen willkürlich, schönsehe, sondern im Gegenteil sehe ich nichts, was nicht ganz und gar zu ihr gehören würde.
Da er sicher war, dass eine wie auch immer geartete „wahre Schönheit“ mit Worten nicht zu fassen sei, versuchte er es auch nicht, sondern konzentrierte sich auf die Wirkungen.
Ziemlich bald, nachdem er sie das erste Mal gesehen hatte, fiel ihm ein Gefühl auf, dass die Engländer familiarity nennen. Und die setzte so manche in der Regel gültigen Entweder-Oders außer Kraft.
So registrierte er mehrmals und voller Erstaunen die Gleichzeitigkeit von Nähe & Abstand, Verlangen & Sättigung oder auch Arbeit & Party. (Letzteres wie im Film: So sah er ihr einmal vergnügt bei der Arbeit zu und plötzlich blendetetn sich Bildsequenzen ein, die sie beim Feiern zeigten...)
Das Beste aber war, dass sie durch ihre schiere Präsenz allen Ideologien und Idealismen den Raum nahm und so den überlebten Krempel vergangener Zeit einfach verschwinden ließ. Auf diese Weise schien sie ihm wie eine Verkörperung der Zukunft. Und da sie in allen Hinsichten gut ausgestattet war, machten ihn diese Blicke glücklich.
Neben der intellektuellen Komponente (Respekt vor ihrem Potential, das sie in der Arbeitswelt diszipliniert verwirklichen würde) und der soeben geschilderten psychischen Komponente, gab es noch eine dritte, gleichsam physische.
Denn da die Stelle der Heiligen Dreifaltigkeit praktisch längst von einem Dreiklang aus Sex, Drugs und Rock'n'Roll eingenommen worden war, hätte ihm schwerlich etwas Schöneres unterlaufen können, als eine solche Repräsentantin dieses Prinzips zu sehen.
Sie selbst war wie die perfekte Droge: Nicht nur ohne Nebenwirkungen, sondern gesundheitsfördernd; und nachdem sie weg war gab es keinen Entzug und ohne sie fiel auch nicht alles auseinander – und so hatte sie Trent Reznors Perfect Drug etwas voraus, weil die Wirkung kurzfristig zwar schwanken mochte, im langfristigen Mittel aber stabil blieb.
Und einmal mehr ist alles so verkehrt wie gut und gerecht ! *smile*

Dass sie noch jünger war, als von ihm angenommen, hatte er erst im Nachhinein erfahren. Da war sie schon wieder weg. Und es spielte auch keine große Rolle, für die Eindrücke, die sie dagelassen hatte und die zu fixieren ihm eine kleine Mühe wert sein würde...
„Jung, strebsam und intelligent, mit sozusagen eingebauter Aufstiegsfunktion. Ich würde sie gern in 10 Jahren wieder sehen, um zu gucken, was daraus geworden ist.“
Das hatte er der Kollegin gesagt, die auf das jugendliche Alter der Armprothese hingewiesen hatte. - So wurde sie manchmal genannt, weil der nicht vor Ort weilende Chef der Firma sie als seinen verlängerten Arm vorgestellt hatte.
Ihm selbst schien Semichefin passender, schließlich sah er sie auf dem Weg zur Vollchefin.
Und obwohl die genauere Angabe ihres Alters seinen Respekt vor ihrem Potential noch etwas anwachsen ließ, war mit seiner Bemerkung, er würde in einigen Jahren gern nachsehen, was aus ihr geworden wäre, alles gesagt, was bei klarem Verstand dazu zu sagen war.
Sicher, mit dem passenden Umgangston hätte er noch hinterherwerfen können, dass er durchaus neidisch auf die Liebhaber der Armprothese sei, dann hätte sie, die Kollegin, lachen und er kollegial mit dem Auge zwinkern können.
Aber so war es nicht. Er war nicht neidisch. Denn was er wahrnahm (das Echo dieser Wahrnehmung in seinem Hirn und seinem Herzen), hörte und fühlte sich so persönlich und vertraut an, dass für Neid oder Eifersucht kein Raum blieb.
Da er niemandem davon erzählte, würde ihn auch niemand fragen. Also fragte er sich selbst, was die Besonderheit ausmache, die sie so gegenwärtig und gleichsam groß hatte werden lassen.
Es liegt an der Schönheit, gab er sich selbst Antwort. Nicht die sichtbare Schönheit ihrer physischen Erscheinung. Die ist nämlich eher hübsch&attraktiv denn schön.
Es ist die mit bloßem Auge nicht zu sehende Schönheit, die sie umgibt, eine Schönheit, die im Auge des Betrachters liegt. Das bedeutet aber nicht, dass ich sie, sozusagen willkürlich, schönsehe, sondern im Gegenteil sehe ich nichts, was nicht ganz und gar zu ihr gehören würde.
Da er sicher war, dass eine wie auch immer geartete „wahre Schönheit“ mit Worten nicht zu fassen sei, versuchte er es auch nicht, sondern konzentrierte sich auf die Wirkungen.
Ziemlich bald, nachdem er sie das erste Mal gesehen hatte, fiel ihm ein Gefühl auf, dass die Engländer familiarity nennen. Und die setzte so manche in der Regel gültigen Entweder-Oders außer Kraft.
So registrierte er mehrmals und voller Erstaunen die Gleichzeitigkeit von Nähe & Abstand, Verlangen & Sättigung oder auch Arbeit & Party. (Letzteres wie im Film: So sah er ihr einmal vergnügt bei der Arbeit zu und plötzlich blendetetn sich Bildsequenzen ein, die sie beim Feiern zeigten...)
Das Beste aber war, dass sie durch ihre schiere Präsenz allen Ideologien und Idealismen den Raum nahm und so den überlebten Krempel vergangener Zeit einfach verschwinden ließ. Auf diese Weise schien sie ihm wie eine Verkörperung der Zukunft. Und da sie in allen Hinsichten gut ausgestattet war, machten ihn diese Blicke glücklich.
Neben der intellektuellen Komponente (Respekt vor ihrem Potential, das sie in der Arbeitswelt diszipliniert verwirklichen würde) und der soeben geschilderten psychischen Komponente, gab es noch eine dritte, gleichsam physische.
Denn da die Stelle der Heiligen Dreifaltigkeit praktisch längst von einem Dreiklang aus Sex, Drugs und Rock'n'Roll eingenommen worden war, hätte ihm schwerlich etwas Schöneres unterlaufen können, als eine solche Repräsentantin dieses Prinzips zu sehen.
Sie selbst war wie die perfekte Droge: Nicht nur ohne Nebenwirkungen, sondern gesundheitsfördernd; und nachdem sie weg war gab es keinen Entzug und ohne sie fiel auch nicht alles auseinander – und so hatte sie Trent Reznors Perfect Drug etwas voraus, weil die Wirkung kurzfristig zwar schwanken mochte, im langfristigen Mittel aber stabil blieb.
Und einmal mehr ist alles so verkehrt wie gut und gerecht ! *smile*
hendrik.weber - 7. Jan, 11:44


